Auf dem Toshiba TG01 kommt dieselbe Java Virtual Machine (JVM) von Esmertec zum Einsatz, die auch HTC für seine Smartphones verwendet. Sie ist MIDP-2.0-konform. Die Leistung bei Java-Anwendungen und -Spielen ist gut, schließlich werden sie von 1000 Megahertz befeuert. Im JBenchmark2-Test kommt das TG01 so auf 1095 Punkte, das ist bislang bei Windows Mobile-Smartphones unerreicht. Außerdem versagt auch JBenchmark 3D beim Display-Riesen nicht den Dienst. Als eines von wenigen Windows-Handys absolviert das TG01 diesen Test, schafft dabei aber nur etwa 13 Frames in der Sekunde. Ruckelfrei ist das nicht.
Doch Java ist auch nicht die optimale Spieleplattform für das Toshiba-Handy. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona konnten wir grafisch höchst anspruchsvolle 3D-Grafik bewundern, die durch OpenGL-2.0-Unterstützung mit aufwändigen Lense Flare-Effekten brillierte. Unverständlich, warum Toshiba die Prozessor- und Grafikpower des TG01 nicht mit ein oder zwei entsprechenden Spielen unter Beweis stellt. Die beiden vorinstallierten Spiele Bubble Breaker und Solitär sind stattdessen grafisch völlig anspruchslos, Beide gibt es bereits seit fast 2 Jahrzehnten.
Word-Dokumente, Excel-Tabellen sowie PowerPoint-Präsentationen können ohne große Umwege bearbeitet werden. Mit vielen Features, die man auch vom PC kennt, ist das vorinstallierte Office Mobile gut ausgestattet. Es unterstützt neben den neuen Office 2007-Formaten sogar das Open Office Textformat .odt. PDFs werden im Adobe Reader LE angezeigt, auch hier sorgen der riesige Bildschirm und dessen hohe Auflösung dafür, dass man unterwegs bequem eBooks lesen kann.
Ansonsten stellt Toshiba erneut unter Beweis, dass man sich beim TG01 nicht so recht Mühe gegeben hat. Zwar hat der Hersteller an anderer Stelle Fremdprogramme wie PhotoBase und den CorePlayer eingekauft, anstatt selbst Zeit und Geld in Eigenentwicklungen zu stecken, bei den Zusatzprogrammen war er aber geizig. Einzig das Programm Nimbuzz hat den Weg in den Handyspeicher gefunden. Mit ihm kann man per Voice over IP (VoIP) telefonieren, außerdem dient es als Multimessenger für MSN, Google Talk oder ICQ. In _Deutschland erlaubt aber derzeit kein Netzanbieter VoIP-Telefonie, sondern nur Instant Messaging. Darüber hinaus gibt es nur die Windows Mobile-typischen Helferlein wie die Notizfunktion in Schrift und Sprache, den Wecker oder einen Taschenrechner.
Die Kombination aus riesigem Display und A-GPS prädestiniert das Toshiba TG01 geradezu für die mobile Navigation. Aus diesem Grunde hat der Hersteller Copilot Live als Navigationssoftware installiert. Sie kann 14 Tage kostenlos getestet werden. Die anschließende Investition von etwa 80 Euro lohnt aber, denn dank der exorbitanten Prozessorleistung ist die Navigation auf dem TG01 pfeilschnell. Das fängt schon beim Laden des Programms an. Nach wenigen Sekunden heißt den Nutzer eine distanziert klingende Frauenstimme herzlich willkommen, auf dem HTC Touch HD muss man fast doppelt so lange warten. Richtig gravierend wird der Unterschied von fast 500 Megahertz zwischen Touch HD und TG01 bei der Eingabe der Adresse. Werden die einzelnen Buchstaben auf dem HTC-Gerät nur mit mehreren Sekunden Verzögerung (!) angenommen, tippt man beim Gigahertz-Phone flüssig wie bei einer SMS. Auch bei der Routenplanung und der Neuberechnung der Route nach falschem Abbiegen macht sich der Geschwindigkeitsvorteil des Toshiba-Handys bemerkbar. Innerhalb Berlins dauert die Berechnung einer Strecke keine zwei Sekunden, das Touch HD braucht dafür etwa 5. Grandios.
Im Test gab es mit dem Empfang des GPS-Moduls keinerlei Probleme. Mit A-GPS braucht das TG01 etwa 10 Sekunden, um den Satellitenlink zu finden. Die Navigation mit Copilot Live erweist sich im Alltag als vergleichbar mit einem mobilen Navigationsgerät für 100 bis 200 Euro. Ansagen kommen mehrfach, präzise und frühzeitig. Es gibt zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten, eine POI-Verwaltung, Tag- und Nachmodus, Fußgängermodus und vieles mehr. Lediglich ein Spurassistent fehlt, doch die Bezeichnung der Straße oder Ausfahrt, die als nächstes genommen werden soll, wird gut lesbar angezeigt.
Drei Fehler trüben den guten Eindruck. Grammatikalische Unzulänglichkeiten wie "in 500 Meter rechts abbiegen" kann man leicht verschmerzen. Wesentlich nerviger ist allerdings die schlechte Angewohnheit von Copilot Live, den Fahrer in seltenen Fällen nicht direkt links abbiegen zu lassen, sondern ihn erst nach rechts zu schicken und dann anschließend zum Wenden aufzufordern. Das passiert vor allem nach Autobahnabfahrten. Am gravierendsten ist aber die Tatsache, dass der Lautsprecher des TG01 für die Navigation im PKW zu leise ist. Spätestens auf einer Landstraße ist die richtungsweisende Stimme kaum noch zu verstehen.
Ein weiteres Problem älterer Handys mit Microsoft-Betriebssystem: Je mehr Programme im Hintergrund laufen, desto langsamer wurde das Mobiltelefon. Dann mussten mühsam einzelne Anwendungen geschlossen werden. Beim TG01 ist das anders. Selbst 20 geöffnete Programme verlangsamen das Gerät nicht merklich. Im Taskmanager kann man sehen, dass nur die allerwenigsten Funktionen einen zweistelligen Prozentsatz der Prozessorleistung benötigen. Ein Beispiel dafür ist der Browser, wenn er gerade aufwändige Flash-Animationen darstellt. Der Großteil der kleinen Software-Häppchen verlangt der Snapdragon-CPU nicht einmal ein volles Prozent ab. Zumindest im Normalfall.
Denn trotz der geballten Rechenpower genehmigt sich das kraftstrotzende Leistungswunder hin und wieder eine Verschnaufpause. Dann braucht der Browser einige Sekunden, bis er wieder reagiert, außerdem dauert der Wechsel ins Querformat im Hauptmenü schon mal einige Sekunden, in denen das Display schwarz wird. Auch beim reaktivieren des Handys aus dem Standby vergehen fast 2 Sekunden, bis der schlafende Riese wieder zum Leben erwacht. Das schaffen ältere Smartphones wesentlich schneller.
Sind das noch kleine Fehler, die ein kommendes Firmware-Update beheben könnte, lässt sich ein viel größeres Manko des TG01 nicht so leicht ändern. Andere Hersteller wie HTC und Samsung haben erkannt, dass sich normale Nutzer nicht mit den hässlichen, komplizierten und teilweise winzig kleinen Windows Mobile-Menüs herumquälen wollen. Sie entwickelten daher eigene Benutzeroberflächen wie Touchflo 3D und Touchwiz, die einfach über die Windows-Oberfläche gestülpt wurden. Toshiba scheint die Notwendigkeit, Windows Mobile zu verstecken, zwar auch erkannt zu haben, setzt diese Erkenntnis aber nur sehr halbherzig um. Die Toshiba-Benutzeroberfläche verändert nämlich ausschließlich den Startbildschirm und lässt die tieferen Menü-Ebenen unberührt.
In der oberen Hälfte des Displays befindet sich ein halbtransparentes Informationsfenster, das entweder Uhrzeit und Datum, Informationen zu verpassten Anrufen, eingegangenen Nachrichten und Weckerstatus, anstehende Aufgaben oder den Kalender zeigt. Gleichzeitig lassen sich die Infos nicht anzeigen, ein Fingertipp rechts neben das Info-Fenster lässt die Auswahl- Icons erscheinen. Jeder Wechsel der Ansicht wird von einer flüssigen Animation begleitet, bei der sich das Fenster einmal um die eigene Achse dreht. Es ist beeindruckend, mit welcher Leichtigkeit das TG01 diese Darstellung abspult.
Der Hintergrund besteht aus drei farbigen, vertikalen Streifen. Jeder davon steht für einen Hauptmenüpunkt wie Einstellungen, Telefon oder Internet. Unter dem jeweiligen Symbol für den Menüpunkt sind drei Unterpunkte wie etwa Drahtlos-Manager, die Telefontastatur oder der Browserzugriff sichtbar. Schnippst man sie mit dem Finger nach oben, erscheinen 7 weitere Schnellzugriffe, die teilweise schon belegt sind, aber allesamt frei zugewiesen werden können. Klickt man direkt auf das Haupt-Icon, landet man bei einigen der Hauptmenüpunkte wie den Einstellungen ebenfalls in Toshiba-eigenen Untermenüs, an anderer Stelle wird man schon hier in schwarz-weiße Windows-Menüs umgeleitet.
Richtig imposant wird es, wenn man mit dem Finger horizontal über die bunten Streifen slidet. Dann klappen sie nämlich wie die Lamellenvorhänge in Arztpraxen um und bieten so Zugriff auf neue Menüs. Bis zu 9 lamellenartige Menüpunkte sind auf diese Weise nebeneinander angeordnet, von denen immer drei gleichzeitig sichtbar sind. Toshiba nennt diese grandiose Demonstration von Rechen- und Grafik-Power schlicht 3-Streifenmenü.
Doch Aussehen ist nicht alles. Richtig intuitiv fällt die Nutzeroberfläche von Toshiba nicht aus. Immer wieder macht man freiwillig den Umweg über die altbackenen Windows-Menüs, weil man nicht erst im 3-Streifenmenü nach dem richtigen Eintrag suchen möchte. Außerdem lassen sich die Lamellen nicht immer präzise ansteuern. Je nach Stärke der Slide-Bewegung mit dem Finger überspringt man einige Menüpunkte, weil sich die Lamellen mehrfach drehen oder sie klappen einfach wieder in die Ausgangsposition zurück, wenn man den Finger zu langsam bewegt hat.
Diese kleinen Unzulänglichkeiten setzten sich auch im weiteren Betrieb fort. Toshiba hat dem TG01 extra eine Touch-Leiste unter dem Display spendiert, mit dem man wie beim HTC Touch Diamond 2 und Touch Pro 2 zoomen kann, indem man mit dem Finger nach links oder rechts darüber slidet. Beim TG01 funktioniert das aber nur im Browser, nicht bei der Bildbetrachtung.
An anderer Stelle hat sich der taiwanische Hersteller mehr bemüht. Das TG01 nutzt den Lagesensor nicht nur für Drehungen des Display-Inhaltes ins Querformat. Klopfen auf die Rückseite erübrigt den Umweg über Listenmenüs und führt in den Taskmanager, kräftiges Schütteln bringt den Nutzer aus jeder Anwendung wieder auf den Startbildschirm zurück. Dabei reagiert das Handy zumindest beim rückseitigen Klopfen nur auf sanfte Gewalt, wechselt aber wegen der Erschütterung auch in den Taskmanager, wenn man es auf einen Tisch legt.
Anderenorts sind die Entwickler sogar über das Ziel hinausgeschossen. Das sogenannte Flexipad oder auch Freepad öffnet sich, wenn man mit dem Finger vom Zoombalken unter dem Display nach oben streicht. Es weist Richtungstasten, ein Bestätigungs-Icon und einen Windows-Knopf auf und wird im Normalfall wie ein Navkey genutzt. Im Browser lässt sich so ein winziger Mauszeiger bewegen. Das soll die Bedienbarkeit mit nur einer Hand gewährleisten, in der Realität ist das Flexipad aber genauso überflüssig wie unbedienbar, denn jeder Druck auf eine der Richtungstasten bewegt den Mauszeiger nur ein paar Pixel weiter. Wer braucht außerdem einen virtuellen Navkey, wenn er ein riesiges Touchdisplay hat?
Eine Erklärung, warum Toshiba die hässliche Windows Mobile-Oberfläche außer auf dem Startbildschirm sonst fast nirgends versteckt hat, mag in der kommenden Windows Mobile Version 6.5 zu finden sein. Sie wird wesentlich hübscher aussehen und intuitiver und fingerfreundlicher zu bedienen sein. Der Netzanbieter o2, der das Toshiba TG01 in Deutschland zunächst exklusiv vermarkten wird, bestätigte die Aussage, die Toshiba auf dem MWC in Barcelona getroffen hat: Das TG01 wird update-fähig sein auf die neue Version von Windows Mobile.
bitte mit korrekter Gramatik und ohne Rechtschreibfehler! Das sieht ja ecklig aus! Und der Inhalt ist auch Müll.
@was soll das
ey der das geschriben hat hat das handy nur ein mal benutz das handy ist zimlich stabiel und helt was aus und das handy ist total gut es hat gute kammer und noch gantz vile
man kann aud Tg01 auch viel programe drauf packe dann ist das noch beser aber naja
wenn man keiner anung hat solte man die fesse halten
Vom ersten Tag an war ich in das neue TG01 verliebt (bin auch eine Frau!) es ist ein super schönes elegantes Stück trotz der Größe.
Leider ist die Sprachqualität nicht besonders hoch!
Da ich im Geschäftsalltag sehr viel telefoniere, war das Telefonieren für meine Gesprächspartner sehr anstrengend, weil alles immer verzerrt und unterbrochen ankam in Verbindung mit diversen Geräuschen. Alle möglichen Optionen von O2; Updates, divere Ein- und Umstellungen, neues Gerät,etc. brachten nichts.
Leider muss ich mich von dem TG01 für immer trennen.
Es hat sonst alles sehr gut funktioniert, die Synchronisation mit Outlook war einwandfrei, Emails Senden sowie Empfangen sehr gut und schnell, ankommende Gespräche sind von sehr hoher Sprachqualität.
Ich würde es trotzdem empfehlen, wem die Optik gefällt und wer nicht viel telefoniert, das Gerät zu kaufen.
Wann kommt wieder ne Iphone news???
Herzlichen Dank für den ausführlichen und fachlich versierten Kommentar. Wieder einmal hat aeramobil bewiesen, wie wichtig die Page für professionelle Anwender ist. Ich sage schlichtweg: Danke!
also ich bin soweit mit meinem Tg01 zufrieden,
aber bei gesprächen es rauscht viel, man wieder sehr sehr schlecht von anderen leuten verstanden, und das darf bei so einem handy nicht vorkommen!!
das gibt echt einen dicken minus punkt.