Das LG Crystal ist fast genauso ausgestattet wie das Erfolgsmodell Arena, das mit seiner neuartigen S-Class-Benutzeroberfläche viele Nutzer begeistert hat. Der neue Slider setzt aber noch eins drauf: sein durchsichtiger Ziffernblock sieht aus wie Glas, die Technik dahinter ist völlig unsichtbar. Areamobile hat sich angeschaut, ob das den höheren Preis gegenüber dem Arena rechtfertigt.
Design und Verarbeitung
Unterschiede im Design zum LG Arena ergeben sich schon durch die Slider-Bauform. Das Crystal hat eine Zifferntastatur und wird zusätzlich über den Touchscreen bedient, das Arena verlässt sich ausschließlich auf einen Touchscreen. Trotzdem ist das Crystal kaum dicker als das Arena, Maße von 105x53x13,5 Millimeter sind gute Werte. Dafür wiegt das Crystal 15 Gramm mehr. Das dürfte auch von der zusätzlichen Slider-Mechanik herrühren. Das LG Crystal ist besser proportioniert als das Arena. Das ältere Handy wirkt im Vergleich mit seinen übertrieben starken Rundungen schon fast plump und kindlich.
Dafür macht das Arena einen hochwertigeren Eindruck. Seine Front wird von gebürstetem Aluminium eingefasst, während das Crystal nur in mattem Plastik schimmert. Der Name Crystal suggeriert eigentlich bessere Materialien. Der gleiche Widerspruch kommt auch bei der Zifferntastatur auf. Fasziniert auf den ersten Blick das durchsichtige Slider-Unterteil, weil man keinerlei Technik erkennen kann, so verfliegt der Bann schnell, wenn man das Handy in die Hand nimmt. Zwar ist das Design durch den Wechsel zwischen mattem, spiegelndem und transparentem Kunststoff sehr gelungen, aber leider passt die Haptik überhaupt nicht zu einem Gerät, das übersetzt Kristall heißt.
Das Plastik fühlt sich billig an und das Handy klingt auch so, wenn man es aufschiebt. Das Crystal erinnert an eine Fata Morgana: Je näher man ihm kommt, desto mehr verfliegt der gute Eindruck. Fasst man es an, verschwindet er fast ganz.
Dafür stimmt die Verarbeitung. Kunststoff hin oder her, der Slider-Mechanismus gleitet sanft aber bestimmt in seine Endpositionen und sitzt dabei bombenfest an seinem Bestimmungsort. Das sollten sich Hersteller wie Nokia beim Wackel-Dackel 6600i slide zum Vorbild nehmen. Auch Spaltmaße sind praktisch nicht auszumachen.
Tastatur und Display
Das Besondere am neuen LG ist das Ziffern-Pad. Es hat keine echten Tasten, sondern ist komplett berührungsempfindlich. Dadurch kann man es wie einen Touchscreen benutzen. Mit einem horizontalen Fingerstreich lässt sich der Homescreen durchblättern, mit zwei Fingern kann man per Multitouch im Browser zoomen. Dabei ist das Pad komplett durchsichtig, Technik sieht man nicht. Faszinierend. Vor allem, weil das nicht nur schön aussieht, sondern sich auch gut bedienen lässt. Zumindest, wenn man hinschaut kann man präzise tippen. Da einzelne Tasten nicht erfühlbar sind, verlangt das Schreiben auf der Zifferntastatur ständige Aufmerksamkeit. Besonders schick ist auch die bläuliche Pad-Beleuchtung. Im dunkeln sieht das Crystal plötzlich richtig edel aus.
Bei Dunkelheit und bei aktivierter Pad-Beleuchtung wirkt das Crystal richtig edel | Foto: areamobile
Das Display misst wie beim Arena 3 Zoll in der Diagonalen, stellt aber 16 Millionen Farben dar. Die Auflösung ist gleich geblieben und beträgt 800x480 Pixel. Der kapazitive Touchscreen reagiert äußerst sensibel und gibt keinen Grund zur Beanstandung. Die wenigen echten Tasten lassen sich gut bedienen. Etwas gewöhnungsbedürftig und nicht ganz so praktisch sind die drei berührungssensitiven Tasten unter dem Display. Mit ihnen nimmt man Anrufe entgegen und beendet sie, außerdem wird über die mittlere Taste durch eine kurze Berührung das 3D-Würfelmenü der S-Class-Oberfläche aufgerufen. Längeres Gedrückthalten führt in den Taskmanager. Da diese drei Tasten extrem empfindlich reagieren, kommt man hin und wieder auch ungewollt auf die Beenden-Taste und landet unvermittelt wieder auf dem Homescreen. Echte Hardware-Tasten wären besser gewesen.
Die drei Tasten unter dem Display sind berührungsempfindlich und hypersensibel, besser wären normale Tasten gewesen | Foto: areamobile
Kamera
Die Kamera wurde im Vergleich zum LG Arena kräftig verbessert. Zumindest, was die bloße Pixelzahl angeht, denn das Crystal schießt Fotos mit acht Megapixel (3264x2448 Pixel). Ein LED-Blitz soll auch nachts für gute Bilder sorgen, allerdings werden entsprechende Fotos nie wirklich scharf und man erkennt starkes Bildrauschen. Neben dem Autofokus gibt es einen selektiven Fokus, dem man per Fingertipp auf das Display sagt, wo genau er scharf stellen soll. Ein Bildstabilisator sorgt für verwacklungsfreie Bilder.
Besonders die durch zu wenig Licht hervorgerufenen Störpixel fallen bei allen Fotos extrem auf, selbst wenn sie bei gleißendem Sonnenschein entstanden sind. Außerdem könnten Kontrast und Bildschärfe höher ausfallen und Farben werden teils stark verfälscht abgebildet. Grottenschlecht ist teilweise auch die Bilddynamik. Auf einigen Testfotos sieht man nur noch einen Pixelbrei, weil Fotos partiell extrem dunkel werden. Insgesamt wirken die meisten Fotos so, als ob ein milchiger Schleier über ihnen liegt. Videos nimmt das Handy mit bis zu 720x480 Pixel und flüssigen 30 Frames auf. Die Bildqualität ist dabei gut. Insgesamt reiht sich die Kamera des LG Crystal aber nur im unteren Mittelfeld der Linsen mit gleicher Auflösung ein.
Gar nicht gut: Die Kamera liefert trotz acht Megapixel überraschend schlechte Bilder | Foto: areamobile
An den Menüs hat LG nichts geändert. Das ist überwiegend auch gut so, denn kaum eine andere Benutzeroberfläche ist so grafiklastig wie S-Class. So ist das Kameramenü einer echten Digicam nachempfunden, bei der man mit einem Drehknopf die Einstellungen ändert. Die Bildergalerie ist besonders im Querformat eindrucksvoll. Leider wurden einige bei Arena und Viewty Smart kritisierte Punkte nicht geändert. Offenbar hat LG das komplette System von einem Handy auf das nächste portiert. Nähere Informationen zu den Versäumnissen finden sich im zweiten Teil des Tests zum LG Arena.
Musik
Der Musik-Player überzeugt wie schon bei Arena und Viewty Smart mit sattem Klang. Das liegt auch am guten In-Ear-Headset. Zum Glück, denn das Crystal hat keinen 3,5-Millimeter-Ausgang, man kann nicht einfach die die Kopfhörer wechseln. Für den perfekten Klang fehlt nur noch ein Equalizer, doch auch mit den zahlreichen Presets sollten Musikliebhaber zufrieden sein. Das UKW-Radio sucht sich bis zu 18 Sender automatisch aus dem Äther. Auf den FM-Transmitter des LG Arena, mit dem man Musik auf Radios in der Umgebung abspielen kann, muss man beim LG Crystal verzichten.
Ich habe das Handy gestern bekommen und bis heute, trotz neuester Software, drei Komplettabstürze gehabt. Schade, sah eigentlich super aus und war gut zu bedienen.
Ich bin sehr zufrieden mit dem handy :), sieht sehr edel aus und mit der s-class oberfläche macht es richtig spaß das handy zu bedienen.
Ich besitze ein LG Crystal und bin vollauf damit zufrieden.
Ich verstehe nicht warum ihr das Handy hier so "niedermacht". Ich hatte bisher keinerlei Probleme oder Abstürze. Auch die Fotos mit 8 Megapixeln sind für ein Handy gut.
Viele Grüße
Hallo ich hab eine Frage...
wie siehts mit dem lautsprecher so aus?
ist der auch beim musik hören laut?
Ich hab ein LG Arena.
Mich ärgern einige Bugs wie z.B. dass der Fm-Transmitter keine Bässe überträgt und es könnte schneller sein außerdem freezt es manchmal kurz.
Wenn die Bugs beseitigt werden und ein app store für die S-class ui rauskommt sind es die besten handys
Also, ich habe das Handy auch, und hatte am anfang auch probleme mit Abstürzen, hab es eingeschickt und es wurde auf Garantie repariert.
Seitdem läuft es einwandfrei und ich bin sehr zufrieden.
Auch die Benutzeroberfläche und vorallem die Bedienfreundlichkeit ist extrem gut gelungen, auch wenn hier jemand was anderes sagt.
Zur kamera kann ich nur sagen, dass sie besonders bei Tageslicht sehr gute Fotos macht, auch wenn das im test nicht so rüberkommt.
Größter Kritikpunkt am Test, die Qualität der Materialien, ist viel besser als im Test beschrieben, der Test entspricht in diesem Punkt einfach nicht den Tatsachen..
Es ist ein super Handy und ich bin sehr zufrieden damit