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Das Frickler-Handy im Praxistest Nokia N900

Lieferumfang

Der rabenschwarze Karton ist prall gefüllt. Neben den Standards findet man ein Videokabel, einen Adapter für alte Nokia-Ladegeräte und ein Putztuch. Alles ist genauso schwarz wie Handy und Verpackung - sogar die Bedienungsanleitung.

Nokia N900 Lieferumfang

Nokia N900 Lieferumfang | Foto: areamobile

 

Design & Verarbeitung

Schon auf den ersten Blick wirkt das Handy sehr massiv. Der Eindruck wird bestätigt, wenn man das N900 in der Hand hält. Nokia gibt das Gewicht mit 181 Gramm an, gefühlt sind es deutlich mehr. Es handelt sich um eines der größten und schwersten Volltastatur-Smartphones, die es derzeit gibt. Boliden wie das Touch Pro 2 oder das Motorola Milestone sind zwar etwas länger, aber dafür deutlich dünner und auch etwas leichter als das Maemo-Smartphone, wie der Handy-Vergleich von areamobile.de zeigt.

Nokia N900

Nokia N900: Handy-Klotz mit ausgeprägten Kanten

 

Das N900 ist fast 20 Millimeter dick! Aber der massige Eindruck ensteht auch, weil Nokia das Gehäuse sehr kantig gestaltet. Während das Touch Pro 2 an den Rändern deutlich angeschliffen wurde, sieht das N900 wie ein kleiner Kasten aus. Es liegt daher nicht so gut in der Hand wie das Windows phone von HTC.

Nokia N900 vs. Apple iPhone 3GS

Mit 20 Millimetern ist das Volltastatur-Handy N900 fast doppelt so dick wie das iPhone | Foto: areamobile

 

Wenn man sich die Entwicklung der Internet Tablets von Nokia anschaut, in deren Tradition das N900 steht, dann weiß man: es ist eigentlich ein Nischenprodukt, ein Smartphone für Nerds und für Bastler. Ein Frickler-Handy, bei dem Pragmatismus über allem steht: Es geht nicht ums Aussehen, sondern ums Funktionieren. Daher wird der kantige Handy-Klotz auch keine Design-Preise gewinnen. Die völlig glatte Oberseite sorgt immerhin für einen Hauch von Eleganz. Sie wird von einem dunklen Metallrahmen zusammengehalten und zieht - wie bei Touchscreen-Handys üblich - Fingerabdrücke magisch an. Das übrige Gehäuse besteht aus einem matten schwarzen Kunsstoff, der zwar griffig und robust ist, aber nicht sehr edel aussieht.

Nokia N900

Mit seiner filigranen Bauweise ist der Plastikbügel um die Kamera das einzig Zerbrechliche an dem robusten Smartphone | Foto: areamobile

 

Der Handy-Kasten überzeugt vor allem mit seiner robusten Bauweise. Der Kunststoff macht einen sehr stabilen Eindruck, alle Gehäuseteile sitzen fest, so dass nichts wackelt oder knarzt. Die seitliche Tastatur lässt sich schnell und einfach herausziehen und sitzt stramm, wenn sie erst einmal eingerastet ist. Einzig der dünne Plastkbügel um die Kamera, den man anwinkeln kann, um das N900 aufzustellen, wirkt sehr dünn und zerbrechlich.

Display & Tastatur

Der Touchscreen des N900 ist mit 3,5 Zoll genauso groß wie beim N97. Allerdings ist die Auflösung mit 800x480 Pixel viel schärfer, das N97 hat nur 360x640 Pixel. Beide Handys können mehr als 16 Millionen Farben darstellen. Dabei überzeugt das N900-Display nicht nur mit den technischen Eckdaten, sondern auch im täglichen Gebrauch. Die Anzeige ist auf Wunsch sehr hell, kontrastreich und selbst aus der Schrägperspektive noch gut ablesbar. Ein modernes AMOLED-Display wäre natürlich besser gewesen, als ein LCD, aber im Prinzip macht Nokia hier alles richtig.

Brillanter Touchscreen: Nokia macht hier alles richtig

Brillanter Touchscreen: Nokia macht hier alles richtig | Foto: areamobile

 

Der Touchscreen überzeugt auch bei der Bedienung. Er ist nicht wie bei iPhone&Co kapazitiv, sondern resistiv. Daher reagiert er auch nicht so empfindlich, wie beim Apple-Handy oder bei den Android-Smartphones – mit der Folge, dass mitunter keine einfache Berührung reicht, sondern ein leichter Druck auf die Oberfläche notwendig ist. Das ist aber eine Kleinigkeit, die nur Nutzern auffallen dürfte, die vorher mit kapazitiven Handys gearbeitet haben. Man gewöhnt sich schnell daran und hat außerdem die Möglichkeit, mit einem Stylus zu arbeiten. In bestimmten Situationen kann das durchaus von Vorteil sein. Den Plastik-Stift versteckt Nokia in einem Einschub unter der Tastatur, er ist dabei fast so lang wie das gesamte Gerät.

Nokia N900 Stylus

Nokia hat den längsten: Der Stylus ist fast so lang wie das gesamte Handy | Foto: areamobile

 

Die ausziehbare Volltastatur ist gut, aber es gibt bessere. Zwar haben die Tasten einen angenehmen Druckpunkt und sind selbst mit großen Daumen mühelos benutzbar. Weniger gelungen ist aber die Anordnung der Ziffern. Da Nokia nur eine dreizeilige Tastatur verwendet, liegen die Zahlen auf der obersten Buchstabenreihe. Um sie zu aktivieren, muss man immer mit einem Finger eine zusätzliche Taste drücken. Das kennt kennt man auch von anderen Volltastatur-Smartphones, allerdings wurde die Umschalttaste beim N900 an den linken Rand gequetscht, was den Schreibfluss hemmt.

Nokia N900 Tastatur

Nokia N900 Tastatur im Vergleich mit dem Samsung Armani B7620: Enge und gedrängte Anordnung | Foto: areamobile

 

Die Space-Taste ist dagegen zu klein und zu weit rechts positioniert. Wer große Daumen hat, dürfte außerdem manchmal an die Kante des Oberteils mit dem Display stoßen. Wenn man mit dem N900 schreibt, muss man sich an eine schmale Tastatur mit einer sehr gedrängten Anordnung gewöhnen. Nach einiger Zeit kann man aber trotzdem flink auf dem kleinen Computer tippen - vor allem auch, weil die einzelnen Tasten gewölbt sind und sich gut erfühlen lassen. Auf Touch-Boliden wie dem HTC Touch Pro 2 oder dem Samsung Armani B7620 schreibt man jedoch besser, weil man mehr Platz hat und zusätzlich das Display anwinkeln kann. Diese Möglichkeit fehlt auf dem N900.

Nokia N900 Sperrtaste für den Touchscreen

Nokia N900 Sperrtaste für den Touchscreen: Unsinnige Platzierung auf der Fußseite des Handys | Foto: areamobile

 

Dass Nokias erstes Maemo-Handy aus einer Serie von Internet Tablets hervorgegangen ist, wird sofort deutlich, wenn man den Touchscreen aktivieren will. Der kleine Schieber dafür befindet sich an der Fußseite des Smartphone, es ist daher fast unmöglich, den Touchscreen mit einer Hand zu entsperren. Diese Anordnung macht nur Sinn, wenn man das N900 nicht als Handy, sondern als einen Computer begreift, der immer quer gehalten werden will. Während Mobiltelefone in der Regel vertikal bedient werden, ist das Nokia für die horizontale Nutzung ausgelegt. Das beste Beispiel dafür ist die Taste zum Aktivieren des Displays beziehungsweise Öffnen der Telefon-Profile: sie befindet sich auf der rechten Seite, während sie bei anderen Nokia-Handys auf der Kopfseite platziert ist. Der Startbildschirm wird nur im Querformat angezeigt. Zumindest hier hat Nokia bereits Abhilfe versprochen, das nächste Maemo-Update wird auch eine Hochformat-Ansicht enthalten. Update hin oder her, dieser kompromisslose Computer-Ansatz ist ziemlich gewöhnungsbedürftig.

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Kommentare
  1. 27.08.10 10:55 Hatsh (Gast)

    Wer hat denn diesen Bericht geschrieben :/

    Warscheinlich jemand der jeden Tag 5 Handys bekommt únd dann heißts nur "schreib mal"...

  2. 11.08.10 01:41 Hari5Pilton (Gast)
    Bedienung der Zahlen

    ich wollte nur anmerken, dass man die Zusatztaste nicht unbedingt gedrückt halten muss um eine Zahl zu schreiben. Es reicht aus, sie kurz vorher zu drücken. Dasselbe gilt hier auch für die Shift-Taste. Das drücken und halten würde es sehr schwierig machen eine 1 zu schreiben.

    Leider steht auch noch das Update aus, in dem der Desktop im Portrait-Mode verwendet werden kann, damit das N900 "Handy-freundlicher" wird.

    Mfg

  3. 24.07.10 07:58 Anonymous (Gast)

    Das Nokia N97 mini hat ein 3.2 Zoll Display. Das nokia N97 hat 3.5 Zoll, genau wiee das N900.

  4. 02.06.10 03:19 Anonymous (Gast)

    Das N97 hat doch ein 3,2 Zoll großes Display!
    Also nicht gleich groß N900 und N97!

  5. 20.03.10 21:39 Anonymous (Gast)

    Ausgeliefert wird das N900 mit Flash 9.4 ohne GPU-Beschleunigung. Es wird erst mit Flash 10.1 besser werden:

    http://dailymobile.se/2009/10/26/flash-player-10-1-running-on-nokia-n900/

  6. 27.02.10 19:05 Anonymous (Gast)
    Flash bewertung

    Das dass n900 bei Flash ruckelt liegt wohl eher an abode. Flash ist absoluter Mist und sau schlecht programmiert. Hoffentlich setzt html 5 dem Schrott ein Ende

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