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Das Frickler-Handy im Praxistest Nokia N900

Maemo 5

Nokia N900 Startbildschirm

Nokia N900 Startbildschirm: Viel Platz für Widgets und Verknüpfungen | Foto. areamobile

 

Das Betriebssystem Maemo ist in Version 5 raffinierter und vielseitiger als Symbian S60, das Nokia für seine Top-Smartphones wie N97 oder N97 Mini verwendet. Die Oberfläche ist viel besser für die Touchscreen-Bedienung angepasst und unterscheidet sich dramatisch von allen anderen Nokia-Handys. Es handelt sich um eine attraktives und funktionales System, mit dem man intuitiv arbeiten kann. Das beste Beispiel dafür sind die Kontextmenüs, die sich in Form von Popups öffnen und sofort wieder schließen, wenn man auf einen freien Bereich des Touchscreens tippt.

N900 Startbildschirm

Der Startbildschirm des Nokia N900 kann vielfältig individualisiert werden | Foto: areamobile

 

Wie bei Android OS gibt es mehrere Startbildschirme, zwischen denen man mit einem Fingerstreich wechselt. Hier lassen sich beliebig Icons und Widgets ablegen, sodass man die Oberfläche ganz den eigenen Bedürfnissen anpassen kann. Sie reagiert in jeder Situation sehr flüssig. Kein Wunder, denn die Hardware gehört zur Handy-Oberliga. Als Chipsatz verwendet das Nokia N900 den OMAP3430 von Texas Instruments, dessen ARM-Cortex-A8-Prozessor mit 600 Megahertz getaktet ist. Ein Grafikprozessor unterstützt das Gerät bei aufwändigen Darstellungen. Dabei handelt es sich um den PowerVR SGX mit Open GL ES 2.0-Unterstützung, den auch Apple beim iPhone 3GS verwendet. Der Arbeitsspeicher ist insgesamt 1 Gigabyte groß, das ist achtmal mehr als beim N97 oder beim N810, welches oft sehr lang zum Öffnen von Programmen braucht. Dabei kombiniert das N900 einen 256 Megabyte großen physischen Speicher mit einem virtuellen Speicher von 768 Megabyte.

N900 Taskmanager

Demonstriert die Power der Hardware: Der Task Manager des N900 mit Echtzeit-Ansicht

 

Einen guten Eindruck von der Leistungsfähigkeit der Hardware vermittelt der Task-Manager, der in kleinen Fenstern die gerade geöffneten Anwendungen in einer Echtzeit-Ansicht zeigt. Mit einer butterweichen Animation zoomen sie in den Vorgergrund, wenn man mit dem Finger darauf tippt. Die Oberfläche wird von Transparenz-Effekten und scharf gerenderten Icons und Schriften veredelt. Maemo ist ein großer Schritt für Nokia. Es ist um Längen besser und viel fortschrittlicher als das veraltete Symbian.

Nokia N900 Hauptmenü

Die Icons erinnern an Symbian S60: Nokia N900 Hauptmenü | Foto: areamobile

 

Aber man spürt auf dem N900 auch, dass das Betriebssystem noch nicht ausgereift ist. Es gibt keinen Startbildschirm im Hochformat, auch die meisten anderen Anwendungen funktionieren nur, wenn man das Smartphone quer hält. Die Bedienung auf dem N900 noch viel zu stark auf das Querformat ausgelegt.

Navigation

Ovi Maps 1.0 auf dem N900: Gogle Maps ist besser | Foto: areamobile

Ovi Maps 1.0 auf dem N900: Gogle Maps ist besser | Foto: areamobile

 

Die eigene Position zeigt das N900 mit A-GPS bereits nach wenigen Sekunden an. Die Kartensoftware Ovi Maps 1.0 für Maemo ist kein Vergleich mit der S60-Software, die man in Version 3.0 etwa auf dem N97 findet. Die Funktionalität ist stark eingeschränkt und vielmehr mit Google Maps vergleichbar. Es gibt keine sprachgeführte Navigation und die Kartendaten lassen sich nicht auf dem Handy speichern. Man muss wie bei der Google-Software immer online sein, um zu schauen, wo man sich gerade befindet. Es gibt die Möglichkeit, Routen zu planen sowie verschiedene Ansichten: Satellit, Hybrid und sogar 3D. Ovi Maps auf dem N900 reagiert bei der Benutzung leider sehr träge und die Oberfläche ruckelt beim Scrollen. Google Maps macht es besser.

Anwendungen / Apps

N900 Programm-Manager: Der App Store für Maemo 5 | Foto: areamobile

N900 Programm-Manager: Der App Store für Maemo 5 | Foto: areamobile

 

Die Google-Software kann man leider nicht nachträglich auf dem Smartphone installieren, aber es gibt momentan bereits mehr als 50 Zusatzprogramme. Einige sind bereits vorinstalliert, dazu gehören Facebook, Documents to Go oder AP News. Die übrigen lassen sich aus dem Internet herunterladen – aber Nokia hat sie gut versteckt. Das Icon für den Ovi Store, das man gut sichtbar im Hauptmenü findet, führt ins Leere. Es öffnet sich ein Browser-Fenster, das darauf hinweist, dass der Ovi Store fürs N900 „in Kürze“ freigeschaltet wird. Wer aber nicht so lange warten möchte, wechselt in den Programm-Manager, der sich unter „mehr“ versteckt. Hier ist man aber noch nicht am Ziel.

Nokia N900 Paketverwaltung: Ein Traum für Frickler, ein Alptraum für den Otto-Normal-Verbraucher | Foto: areamobile

Nokia N900 Paketverwaltung: Ein Traum für Frickler, ein Alptraum für den Otto-Normal-Verbraucher | Foto: areamobile

 

Wie bei einem Destop-Linux gibt es bei Maemo sogenannte Repositories, das sind Software-Bibliotheken im Internet, über die sich Programme herunterladen lassen. Das Repository für die Zusatzsoftware heißt „Maemo Extras“ und ist im Auslieferungszustand deaktiviert. Man muss es erst umständlich über den Programm-Manager freischalten. Hier merkt man mal wieder, dass das N900 ein Frickler-Handy ist. Eine ausgefeilte Repository-Verwaltung lässt jedes Nerd-Herz höher schlagen, der Otto-Normal-Verbraucher verzweifelt daran. Hoffentlich bessert Nokia schnell mit einem Update nach.

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Lesen Sie alle 70 Kommentare in unser Community.
Kommentare
  1. 27.08.10 10:55 Hatsh (Gast)

    Wer hat denn diesen Bericht geschrieben :/

    Warscheinlich jemand der jeden Tag 5 Handys bekommt únd dann heißts nur "schreib mal"...

  2. 11.08.10 01:41 Hari5Pilton (Gast)
    Bedienung der Zahlen

    ich wollte nur anmerken, dass man die Zusatztaste nicht unbedingt gedrückt halten muss um eine Zahl zu schreiben. Es reicht aus, sie kurz vorher zu drücken. Dasselbe gilt hier auch für die Shift-Taste. Das drücken und halten würde es sehr schwierig machen eine 1 zu schreiben.

    Leider steht auch noch das Update aus, in dem der Desktop im Portrait-Mode verwendet werden kann, damit das N900 "Handy-freundlicher" wird.

    Mfg

  3. 24.07.10 07:58 Anonymous (Gast)

    Das Nokia N97 mini hat ein 3.2 Zoll Display. Das nokia N97 hat 3.5 Zoll, genau wiee das N900.

  4. 02.06.10 03:19 Anonymous (Gast)

    Das N97 hat doch ein 3,2 Zoll großes Display!
    Also nicht gleich groß N900 und N97!

  5. 20.03.10 21:39 Anonymous (Gast)

    Ausgeliefert wird das N900 mit Flash 9.4 ohne GPU-Beschleunigung. Es wird erst mit Flash 10.1 besser werden:

    http://dailymobile.se/2009/10/26/flash-player-10-1-running-on-nokia-n900/

  6. 27.02.10 19:05 Anonymous (Gast)
    Flash bewertung

    Das dass n900 bei Flash ruckelt liegt wohl eher an abode. Flash ist absoluter Mist und sau schlecht programmiert. Hoffentlich setzt html 5 dem Schrott ein Ende

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