Mit dem Milestone meldet sich der angeschlagene Traditionshersteller Motorola eindrucksvoll zurück. Das hardwarestärkste Android-Smartphone hat für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt – nicht zuletzt, weil es das erste Handy mit der neuen Betriebssystem-Version 2.0 ist. In seinem Praxistest zeigt areamobile, ob der Hype um das neue Motorola-Handy gerechtfertigt ist.
In der kompakten Schachtel findet man alle Standards auf engstem Raum zusammengepresst. Das Ladegerät ist zweigeteilt und besteht aus dem Stecker sowie einem separaten USB-Kabel. Das spart Platz und schont die Umwelt. Als Extra steckt Motorola eine 8 Gigabyte große microSD-Karte in das Handy.
Ein Markenzeichen von Motorola-Handys ist das wertige und ansprechende Design. Das Milestone macht da keine Ausnahme. Obwohl es ein Volltastatur-Handy ist, sieht es mit seinem kantigen schwarzen Gehäuse sehr elegant und unverwechselbar aus. Freilich liegt das Gerät nicht so gut in der Hand wie etwa das Touch Pro 2, das überall ergonomisch angeschliffen ist.
Das Milestone passt nicht in jede Hosentasche, gehört aber zu den kleineren Smartphones mit Volltastatur. Mit knapp 116x60 Millimetern ist das Milestone fast genauso hoch und breit wie der HTC-Bolide Touch Pro 2 – aber mit nur 13,7 Millimetern deutlich schlanker. Es gibt derzeit kein dünneres Smartphone mit seitlich ausziehbarer Tastatur.
Das Motorola Milestone ist eines der dünnsten Handys mit Volltastatur, hier im Vergleich mit dem Samsung Armani B7620 und HTC HD2 | Foto: areamobile
Auch bei der Materialwahl besinnt sich Motorola auf alte Tugenden. Das Gehäuse besteht nicht nur aus mattem Kunststoff, sondern zu großen Teilen aus echtem Metall. Ein Metallrahmen fasst die glatte Oberseite mit dem Touchscreen und den Sensor-Tasten ein, außerdem wurde der Akkudeckel aus einem Stück Metallblech gefertigt. Vier Haken verbinden ihn mit dem Gehäuse, man kann ihn mit einem kräftigen horizontalen Daumendruck vom Gehäuse abschieben. Diese Konstruktion ist nicht gelungen, denn der Deckel wackelt in der Einfassung und ist an einer Seite durch einen breiten Spalt vom Gehäuse getrennt. US-amerikanische Nutzer klagen sogar über abfallende Akkudeckel und geben hier Tipps, wie man sie wieder fest bekommt, indem man das Metallblech verbiegt.
Der Akkudeckel besteht aus einem Stück Metallblech, sogar beim Aufschieben des Oberteils glänzt Metall | Foto: areamobile
Dieses Problem zeigt, dass der Hoffnungsträger von Motorola nicht optimal verarbeitet ist. Neben dem wackeligen Akkudeckel knarzte bei unserem Testmodell der Kunststoffrahmen unterhalb der Space-Taste. Außerdem ist der Slider-Mechanismus sehr teigig: wenn man das Display aufschiebt, dann bewegt sich die Oberseite so schwergängig, als ob sie am Unterteil fesklebt. Deutlich hörbar schleifen beide Gehäuseteile aufeinander. Das hat man bei anderen Herstellern schon besser gesehen.
Breiter Spalt zwischen Akkudeckel und Gehäuse: Das Motorola Milestone ist nicht optimal verarbeitet | Foto: areamobile
Die genannten Mängel sollen aber nicht über den robusten Gesamteindruck hinwegtäuschen, den das Milestone hinterlässt. Die Kombination aus Metall und hochwertigem Kunststoff sorgt dafür, dass "der Stein" einen Sturz von Tischkante mühelos übersteht. Weniger gefallen hat uns der Einschub für die microSD-Karte. Er wurde so ungünstig platziert, dass man immer den Akku rausnehmen muss, wenn man die Speicherkarte wechselt.
Das Display des Motorola Milestone setzt neue Maßstäbe bei Android-Smartphones, hier im Vergleich mit dem HTC Hero | Foto: areamobile
Mit einer Diagonale von 3,7 Zoll und einer Auflösung von 854x480 Pixel setzt das Milestone neue Maßstäbe bei Android-Smartphones. Die hochauflösende Darstellung ist um Längen besser als bei HTC Hero & Co., die nur HVGA (480x320 Pixel) beherrschen und kleiner sind. Neben den technischen Eckdaten überzeugt das Milestone-Display auch im täglichen Gebrauch. Helligkeit, Kontraste und Farbdarstellung sind hervorragend. Der Touchscreen ist kapazitiv und reagiert sehr empfindlich auf Berührungen. Mit einem Stylus kann man das Smartphone allerdings nicht bedienen.
Motorola Milestone Tastatur im Vergleich mit dem Samsung Armani B7620: Billige Kunststoffmatte statt einzelner Tasten | Foto: areamobile
Im Vergleich mit anderen Volltastatur-Smartphones ist die Tastatur des Milestone nur mittelmäßig. Das liegt vor allem daran, dass Motorola auf eine Billiglösung setzt. Statt einzelner Tasten besteht die Tastatur nur aus einer schwach konturierten Kunststoffmatte. Dadurch lassen sich die Tasten nicht so gut erfühlen wie bei einem N97, HTC Touch Pro 2 oder Samsung Armani. Außerdem ist der Tastenhub zu kurz und die Druckpunkte sind nicht stark genug ausgeprägt.
Man kann aber trotzdem flink schreiben, wenn man sich erstmal an die billige Matte gewöhnt hat. Die Tastatur ist vierzeilig, einige Sonderzeichen erreicht man sogar ohne Umschalttaste. Die Space-Taste ist angenehm breit und mittig angeordnet und wenn man sich vertippt hat, muss man den Cursor nicht umständlich über den Touchscreen neu positionieren, sondern nimmt den Navkey, der an die rechte Seite gequetscht wurde. Für die Tastatur gilt daher: praktisch zum Schreiben, aber haptisch nicht besonders ansprechend.
Motorola Milestone Sensor-Tasten unter dem Display: Tasten zum Telefonieren fehlen | Foto: areamobile
Auch die Sensor-Tasten auf der Vorderseite haben kein Lob verdient. Es fehlen Tasten zum Anrufen und Beenden eines Gespräches – hier muss man immer den Umweg über den Touchscreen gehen. Außerdem werden die Tasten nur beleuchtet, wenn man sie berührt, sodass man im Dunkeln immer raten muss, wo zum Beispiel die „zurück“-Taste ist. Besser gefallen haben uns die zwei Benachrichtigungs-LEDs: Ein Blinken über dem Touchscreen signalisiert verpasste Anrufe, eingehende E-Mails oder einen schwachen Akku. Eine kleine Lampe neben dem USB-Anschluss strahlt weiß, wenn man das Milestone auflädt.
Es sieht fantastisch aus,aber Funktiontüchtig ist es nicht das beste.
generell ein sehr gutes phone mit dem Nachteil das es Probleme mit custom-roms gibt. Der Bootloader erlaubt nur signierte rom images. Wenn man allerdings nicht zwangsläufig custom-roms braucht ist es nur zu empfehlen.
Zum Thema Internet, wie es hier in den Kommentaren erwähnt wurde... Natürlich braucht man für ein cloud phone n guten dataplan... ansonsten wird es schnell mal teuer ;)
Ich besitze 2 Monate ein Milestone und schon 158,-€ Handy-gebühren bezahlt. Das Biest hatte sich unbemerkt permanent ins Internet geschaltet. Der Händler von Debitel meinte das sei so bei den Smart Phones und hat mir gleich einen Internet-Vertrag mit Flatrate verkauft. Ich hoffe, das abzocken hat nun ein Ende - auf die nächste Rechnung bin ich gespannt.
Fazit: Achtung bei Androiden mit Internet !
Das lange Speicher liegt wahrscheinlich zum Großteil an der Speicherkarte, die mitgeliefert nur Klasse 2 ist.
wie schon erwähnt, listet der Test nur die schlechten Seiten auf... das es keine Taste zum direckten starten des anrufs programmes gibt, verhindert zum beispiel das das handy bei aktiver tastensperre irgend einen "scheiß" macht^^ ausser dem passt die "billige Kunststoffmatte" passt einfach am besten zu dem sonst auch sehr kantigen design.
Kostenlos "Apndroid" im Market runterladen und der ANdroide geht nicht mehr per 2g/3g ins Internet ganz einfach! Nur per Wlan! MMS Empfang ist dennoch möglich.