Auch bei der Kamera des HD2 geht HTC neue Wege. Es ist das erste Handy des taiwanischen Smartphone-Spezialisten, das über ein Dual-LED-Blitzlicht verfügt. Obwohl die doppelte Leuchte auf der riesigen Rückseite des Handys sehr klein wirkt, ist sie doch überraschend leuchtstark. In völliger Dunkelheit erhellt sie Objekte noch in 2,5 Meter ausreichend, nahe Gegenstände werden aber schnell überstrahlt.
Der Kamerasucher ist sehr übersichtlich und bietet Zugriff auf zahlreiche Optionen. Es gibt einen selektiven Autofokus, bei dem die Kamera an der Stelle scharf stellt, wo der Finger den Touchscreen berührt. Bilder können außerdem mit Geodaten versehen werden. Wählt man das Icon unten rechts auf dem Sucher an, kann man auf viele weitere Parameter Einfluss nehmen.
Ein Tipp zum Fotografieren mit dem HD2 vorweg: Da das Handy keine physische Kamerataste hat, muss man den virtuellen Auslöser benutzen. Wenn man ihn nur kurz antippt, knipst die Kamera sofort ein Bild, ohne zuvor noch einmal scharf zu stellen. Als Resultat erhält man meist unscharfe Fotos. Der Autofokus wird nur dann aktiv, wenn man den Auslöser gedrückt hält. Beim selektiven Fokus ist das genau anders herum. Dann löst kurzes Antippen den Autofokus an der ausgewählten Stelle aus und nur ein längerer Druck knipst auch das Foto. Außerdem wichtig: Lässt man den Breitbildmodus aktiviert, reduziert sich die Fotoauflösung auf vier Megapixel, da einfach oben und unten Bildteile fehlen. Dadurch entsteht eine 16:9 Auflösung.
Die Fotoqualität ist höchstens im oberen Mittelfeld anzusiedeln. Ändert man nichts an den Einstellungen für Schärfe und Farbsättigung, weisen Fotos mit der HD2-Kamera trotz Digital Picture Enhancement-Update immer noch einen leichten Rotstich auf. Der konzentriert sich jetzt allerdings nicht mehr nur auf die Bildmitte, sondern betrifft das ganze Bild. Generell werden Farben zu stark betont, die Ausprägung von Farbverfälschungen schwankt manchmal sogar von Aufnahme zu Aufnahme.
Besonders bei Blitzlichtfotos werden mal Gelb- und mal Grüntöne zu stark betont. Auf ein Mittelmaß lässt sich die Farbsättigung leider nicht reduzieren. Entweder hat man zu viele, oder zu wenig Farben. Hier sollte HTC auf jeden Fall noch einmal nacharbeiten. Kontrast und Bilddynamik fallen da schon natürlicher aus. Gestochen scharf werden Fotos selbst auf maximaler Einstellung nicht, für normale Foto-Abzüge reicht es aber allemal.
Die Videoqualität ist hervorragend, leider werden bewegte Bilder auf VGA-Auflösung limitiert. Dennoch liefert das HD2 scharfe Bilder mit wenig Störpixeln und flüssiger Wiedergabe im MP4-Format. Sichtbare Bewegungsunschärfe provoziert man nur bei sehr schneller Bewegung. Ein leichter Rotstich ist leider auch in Videos zu erkennen.
Die Bildergalerie kennt man überwiegend schon vom Vorgänger HTC Touch HD. Die Fotos werden im Hochformat schräg eingeblendet, als ob sie am Kaffeetisch herumgereicht werden. Streicht man mit dem Finger vertikal über das Display, dann flattert das nächste Bild vom oberen Display-Rand heran, das vorherige wird am unteren Rand auf dem imaginären Tisch gestapelt. Die Oberfläche reagiert verzögerungsfrei, es gibt keine Wartezeiten. Schwenkt man das Handy ins Querformat, dann werden die einzelnen Bilder in einer kinoreifen Animation um 90 Grad gedreht. Beeindruckend.
Tippt man auf ein Foto, wird es als Vollbild angezeigt. Macht man das aus der Queransicht heraus, werden die Fotos dabei sogar butterweich herangezoomt, anderenfalls springen sie auf Maximalgröße heran. Vergrößern kann man Bilder per Doppeltipp. Am besten ist aber die Multitouch-Steuerung: man vergrößert einfach, indem man zwei Finger wie eine Schere aufklappt. Das funktioniert flüssig und verzögerungsfrei. Selbst gezoomt bewegt man sich ruckelfrei innerhalb des Bildes hin und her. So schnell war noch kein Windows Mobile-Smartphone.
Eine Thumbnail-Ansicht hält das HD2 natürlich auch parat. Sie ist zwar nicht so interessant, erhöht aber die Übersicht, wenn man viele Bilder auf einer Speicherkarte mit sich herum trägt. Man kann sie über den "Album"-Softkey aufrufen. Hier lässt sich unter anderem auch eine Diashow aktivieren, die aus dem HD2 wegen des riesigen Displays einen digitalen Bilderrahmen macht. Dafür fehlt dem Handy allerdings ein geeigneter Standfuß. Der ist nur bei dem stärkeren Austauschakku aus dem Zubehör mit dabei.
Bei der täglichen Nutzung wird die hervorgehobe Position der Kameralinse zu einem Problem. Sowohl die scharfe Chromeinfassung der Kameralinse als auch die Plexiglasabdeckung wiesen trotz großer Sorgfalt nach mehreren Wochen sichtbare Kratzer auf. Da das HD2 ständig auf der Kameralinse liegt, könnte sie auf Dauer sogar unbrauchbar werden.
Der interne Speicher ist mit 512 Megabyte nicht besonders groß, etwa die Hälfte davon ist außerdem schon belegt. Per microSDHC-Karten lässt sich er aber problemlos auf bis zu 32 Gigabyte hochrüsten. Leider muss man den Akkudeckel abnehmen, wenn man die Karte wechseln will. Der Akku kann dabei aber im Gegensatz zum Motorola Milestone an seinem Platz bleiben.
Die Oberfläche des Musikplayers ähnelt der Bildbetrachtung, trumpft aber grafisch noch stärker auf. Die Bedienung ist einfach und komfortabel. Coverarts werden großflächig angezeigt, mit einem Figerwisch wechselt man zwischen den Songs hin und her. Beeindruckend ist die Ansicht im Querformat. Dann wechselt das HD2 von einer filmreifen Animation untermalt in den CoverFlow-Modus, dessen flüssige 3D-Albenansicht mindestens genauso imposant aussieht, wie auf dem iPhone. So perfekt hat noch keiner vom Klassenbesten abgekupfert. Das HTC hat sogar einen großen Vorteil gegen über dem Apple-Handy: man kann bequem Wiedergabelisten erstellen und bearbeiten.
Die Klangqualität des HD2 ist wie schon beim Vorgänger Touch HD gut, aber nicht brillant. Besonders mit dem mitgelieferten Headset kommen Bässe nicht zur Geltung. Über den Equalizer lassen sich diverse Klangpresets einstellen und der Sound kann außerdem vollkommen nach den eigenen Vorstellungen beeinflusst werden. Besonders mit guten Austauschkopfhörern, die sich über den 3,5-Millimeter-Anschluss mit dem Handy verbinden lassen, ist der Klang dann angenehm klar und voll. Musik wird mit hoher Lautstärke wiedergegeben, auch über den Lautsprecher. An die Sound-Gewalt der führenden Walkmanhandys von Sony Ericsson reicht das HD2 aber nicht heran.
Das UKW-Radio kann nicht mit der bunten Grafikpracht der Sense-Oberfläche mithalten, es präsentiert sich eher zweckmäßig. Auf der oberen Hälfte des Displays wird schmucklos die Sendefrequenz und mittels RDS-Funktion auch die Senderinformation angezeigt. Die untere Hälfte bietet Platz für diverse Steuerungstasten sowie sechs Schnellwahlplätzen für die Lieblingssender. Insgesamt speichert das HD2 20 Sender. Als einziges, über das Normalmaß hinausgehendes Feature bietet das HD2-Radio eine automatische Abschaltung nach einer vom Nutzer gewählten Zeit an. Sowohl Empfangsleistung als auch Lautstärke per Kopfhörer und Lautsprecher sind sehr gut.
Die Videowiedergabe auf dem großen Display ist umwerfend. Wir haben uns mehrere Youtube-Videos angeschaut, die über HSDPA auf das Gerät gestreamt wurden. Die Ladezeiten waren sehr kurz und der von HTC bekannte Video-Client schaltet sofort ins Querformat, wenn die Wiedergabe startet. Erst nach einem Tipp auf den Touchscreen blendet das Smartphone transparente Icons für die Bedienung ein. Bei der Videowiedergabe sieht das HD2 wie ein kleiner Fernseher aus. Man kann problemlos ganze Kinofilme darauf schauen, ohne dass die Augen ermüden. Allerdings werden die wichtigen Codecs Xvid und DivX nicht ab Werk unterstützt, man ist auf .wmv, .mp4 und .3gp beschränkt. Doch das ist ja bei einem Smartphone-Betriebssystem wie Windows Mobile kein Problem. Ein guter Player mit deutlich mehr unterstützten Formaten ist etwa der CorePlayer. DivX Mobile muss man dann aber trotzdem noch extra installieren.
ich willll das handy -.-
Installiert Android auf das HD2 das funktioniert viel besser
hallo, wie bekomme ich beim hd 2
das google map quer im bild???
habe schon alles probiert.
mbwg
@andiwro:
Du hast volkommen recht, für den Marketplace kann das HD2 nichts, also ein Flop, der gestrichen werden sollte (oder muss). Außerdem hat sich der Marketplace mittlerweile doch sehr gefüllt.
Zum Thema Größe kann ich nur sagen, das ist einfach Geschmackssache. Ich würde es aber dennoch als Contra stehen lassen, weil es einfach stimmt. Im Vergleich zu "normalen" Handys oder den teilweise wesentlich kleineren Android-Smartphones (X10 Mini, X8, ...).
Allerdings kann man den dritteen Kritikpunkt, die angeblich miese Sprachqualität, streichen. Diese wurde schließlich mit einem Softwareupdate um einiges verbessert.
Somit müsste sich auch die Wertung des HD2 verbessern, denn ich würde dem Gerät in Sachen Sprachqualität dann mindestens 80% geben!
Gruß
ist schon iwie bekannt ob das HD3 iwann erscheien wird ? wenn ja hoffneltich hat das die slebe benutzeroberfläche iwe das hd2 . ode rzumindes den startbildschirm. weil das find eich voll geil mit dem wetter und so alles .
was geht up