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Smartphone-Nutzung: Was im Auto erlaubt ist und was nicht

Christopher Gabbert 16.01.2016 - 18:00|3
Smartphone-Nutzung: Was im Auto erlaubt ist und was nicht

Mit dem Smartphone darf während der Autofahrt nicht telefoniert werden, so lautet das Gesetzt in Deutschland. Doch was ist, wenn das Telefon in einer Halterung steckt oder die Freisprecheinrichtung genutzt wird? Wir erklären, was erlaubt ist und was nicht.

Die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) in Deutschland legt für alle Teilnehmer am Straßenverkehr die Regeln fest. Dort ist auch festgehalten, dass ein Fahrer während der Fahrt, egal ob im Auto oder auf dem Fahrrad, das Smartphone oder Handy nicht benutzen darf. In Artikel 23 Absatz 1a der Straßenverkehrsordnung heißt es:

"Wer ein Fahrzeug führt, darf ein Mobil- oder Autotelefon nicht benutzen, wenn hierfür das Mobiltelefon oder der Hörer des Autotelefons aufgenommen oder gehalten werden muss."

Wer sich nicht daran hält und dabei erwischt wird, muss mit mindestens 60 Euro Bußgeld und einem Punkt im Fahreignungsregister beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg rechnen. Mehrmaliges Verstoßen gegen dieses Gesetz kann mit Fahrverbot geahndet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob mit dem Smartphone telefoniert, fotografiert, navigiert oder darauf getippt wird. Das gleiche gilt für Fahrradfahrer, denen ein Bußgeld von 25 Euro droht. Die Nutzung des Smartphones oder eines Tablet ist allerdings unter gewissen Voraussetzungen kein Problem.

Die Ausnahmen von der Regel

Wird das Telefon während der Fahrt, zum Beispiel zum Telefonieren, über eine Freisprecheinrichtung genutzt, ist das solange erlaubt, wie das Smartphone dafür nicht in der Hand gehalten wird. Auch wenn das Fahrzeug mit ausgeschaltetem Motor am Straßenrand oder in einem Stau steht, ist es erlaubt, das Smartphone zu benutzen, weil das Auto dann aus gesetzlicher Sicht nicht "geführt" wird. Doch Vorsicht: Sobald der Motor läuft, gilt diese Regelung nicht mehr, egal ob das Auto bewegt wird oder nicht. Die Bedienung des Smartphones über Tasten oder das Display ist nicht verboten, wenn es in einer Halterung im Fahrzeug steckt, selbst wenn es faktisch natürlich genauso ablenkend ist wie Telefonieren. Rechtliche Konsequenzen drohen dann, wenn es zu einem Unfall kommt. Wird in dem Fall von der Polizei nachgewiesen, dass die Ablenkung durch die Nutzung eines Gerätes verursacht wurde, werdet ihr zur Rechenschaft gezogen. Denn in Artikel 23 Abs. 1 STVO heißt es:

"Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden."

Unter den Begriff Geräte zählt eben auch das Smartphone. Anders sieht es bei einem Funkgerät, Tablet ohne Mobilfunkmodul oder MP3-Player aus - diese zählen nicht zu der gesetzlichen Definition eines Mobiltelefons und dürfen so auch während der Fahrt bedient und in die Hand genommen werden. Es gilt jedoch auch hier: Wer durch die Bedienung nachweislich abgelenkt wird, macht sich strafbar. Denn wer nachweislich permanent während der Fahrt auf dem Smartphone oder MP3-Player tippt, kann nach dem Tatbestand der rechtswidrigen Nutzung mit 60 Euro Bußgeld sowie mit einem Punkt bestraft werden.

Die Smartwatch ist bislang noch Grauzone

Eine rechtliche Grauzone liegt bislang noch beim Thema Smartwatch vor. Es gibt keine Gerichtsentscheidung zur Benutzung der Smartwatch während der Fahrt. Zudem müsste bei einem solchen Fall zwischen Uhren mit einer integrierten SIM-Karte wie der LG Watch Urbane LTE und solchen ohne wie der Apple Watch unterschieden werden. So stellt eine Smartwatch mit SIM-Karte im Prinzip ein mobilfunkfähiges Gerät dar, dessen Benutzung laut Gesetz verboten ist. Eine Smartwatch ohne SIM-Karte hingegen, ist nur die Erweiterung des Smartphones und so nicht vom Gesetzt betroffen, solange die Bedienung nicht vom Verkehr ablenkt.

Mehr zum Thema: Smartphone, Tablet, AM Thema, Tutorials

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Kommentare
  1. 18.01.16 09:26 Marketinghoschi (Expert Handy Profi)

    Geil, schon wieder dieses 90er Jahre Stock-Foto:)

  2. 17.01.16 09:53 Whiskas (Advanced Member)
    Sehr informativ.

    Ich finde Eure kleinen Erklärungsstrecken wirklich gelungen, egal ob über die Kamera eines Smartphones oder eben auch über jenes Thema, was irgendwie alle etwas angeht; Ganz gleich ob Auto- oder Radfahrer und Fußgänger. Letztere können zum wahren Ärgernis werden, wenn sie Smartphoneblind durch die Gegend rennen und dabei den ganzen Verkehr aufhalten. Auch für diese sollte es eine Regelung geben, damit andere nicht beeinträchtigt werden.
    Zum Thema Smartphone im Auto:
    60 Euro Strafe und ein Punkt... Auch wenn mich manche für verrückt halten, aber ich finde es zu wenig. Wenn man sieht wie ablenkend es schon als Beifahrer ist einem einfachen, ganz unsmarten Gespräch zu lauschen und dabei am Handy rumzueiern, da frage ich mich, wie es dann dabei noch möglich sein soll sicher zu fahren. Dass man über keinerlei 'Freisprecheinrichtung' verfügt, sollte heutzutage, wo bei annähernd jedem Handy ein Headset beiliegt, keine Entschuldigung mehr sein. Es braucht keinen Festeinbau, um halbwegs sicher unterwegs zu sein. Wer also diese Art von Entschuldigung nutzt, sollte seine Prioritäten mal neu überdenken. Kann sein, dass ich mit der Meinung allein dastehe, aber sollte man bei einem solchen Thema nicht nur die Sicht eines Autofahrers sehen, sondern auch die der anderen Teilnehmer. Ein Menschenleben sollte mehr wert sein als 10 Euro für ein Headset.

  3. 17.01.16 09:34 N73Willi (Handy Profi)

    Aber auch irgendwie sinnfrei... haT man ne Halterung oder liegt das Smartphone in irgendeiner Ablage, dann man da theoretisch laut Gesetzgebung drauf spielen, auch dass ein Smartphone vor einem Unfall benutzt wurde, muss man erstmal nachweisen, ohne triftigen Grund hat da keiner Zugriff, auch dass ich quasi das Tablet auf den Schoß packen kann oder ich beliebig am Radio spielen / essen trinken etc. kann lässt das ganze absurd wirken...

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